Tipps & Tricks

Warum Du öfters mal zu offenen Fragen greifen solltest!

Veröffentlicht 16.09.2014 von Nicolai Ridani


Ein guter Fragebogen zeichnet sich dadurch aus, dass er für den Befragten wie ein Gespräch wirkt. Logisch­erweise ist bei Online-Umfragen kein Interviewer an­wesend. Nichtsdestotrotz kann durch eine sinnvolle Gruppierung  und geschickte Aneinanderreihung von Fragen der Eindruck eines Gespräches erweckt werden.

 
Aber warum ist das wichtig?

Weil sich der Vorgang des Beantwortens eines Online-Fragebogens von den gebildeten Kognitionen, die vom Antworten in einer persönlichen Gesprächssituation entstehen, nicht unterscheidet. Wie auch im persönlichen Dialog erwartet der Befragte bei einer Online-Umfrage nach Antwortende die nächste Frage. Deshalb ist es wichtig, dass Dein Fragebogen so aufgebaut ist, dass die Folgefragen den Erwartungen des Befragten an den Gesprächsverlauf entsprechen. Achtest Du beim Erstellen des Fragebogens nicht auf eine sinnvolle Abfolge der Fragen, könnte dies den Befragten verwirren und schlimmstenfalls  dazu führen, dass er frustriert die Online-Umfrage frühzeitig abbricht.


Und wie setze ich das um?

Ganz einfach, indem Du folgende Punkte beachtest:

  • Setze gezielt offene Fragen in Deinem Fragebogen ein. Dadurch eröffnest Du dem Befragten die Möglichkeit seine Gedanken, die im Laufe des „Gesprächs“ (also Deiner Online-Umfrage) entstanden sind, einzubringen. Besteht Dein Fragebogen ausschließlich aus geschlossenen Fragen, könnte es passieren, dass ein Teilnehmer genervt den Fragebogen abbricht, da es ihm nicht möglich war, seine Kognitionen vollständig in den Fragebogen einzuarbeiten.
  • Baue bei der Abfrage mehrerer Themenblöcke Übergangs- oder Zwischenseiten ein, damit ein fließender Gesprächsverlauf entsteht. 
  • Implementiere eine adaptive Fragebogenführung, d.h. setze gezielt Filter oder Ausblendbedingungen ein, damit der Befragte nicht durch unnötige Fragen übermäßig beansprucht wird.
  • Setze einen Dankestext auf die letzte Seite des Fragebogens, um das „Gespräch“ höflich zu beenden. Wenn Du möchtest, kannst Du zudem durch die Frage „Wie gut hat Ihnen diese Befragung gefallen?“  herausfinden, ob es Unstimmigkeiten im Feld gegeben hat, die Du dann sowohl bei der Analyse als auch Interpretation der Ergebnisdaten berücksichtigen solltest.

 

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

 

Quelle: Gräf, Lorenz. 2010: Online-Befragung. Eine praktische Einführung für Anfänger. Lit Verlag. Berlin


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